FILMMUSIK
Ostersonntag 19:30 Uhr, traditionell beginnt genau jetzt das alljährliche Osterkonzert des Musikvereins Wössingen in der Böhnlich-Halle Wössingen. Die Halle ist voll besetzt und man spürt die Anspannung und Vorfreude förmlich im Raum. Ein völlig neu formiertes Orchester nimmt Aufstellung, um die Bühne für sich zu erobern. Der Musikverein hat erst im Januar, ein Projektorchester ins Leben gerufen. Es besteht aus Jungmusikern, Eltern, ehemaligen Musikern, aus Menschen die über Jahre ihr Instrument nicht mehr regelmäßig nutzten und nun die Chance nutzten beim Musikverein wieder Teil eines Orchestern sein zu dürfen, ohne dass daraus ein Verpflichtung entsteht. Das Ziel ein Konzert auf der großen Bühne zu spielen. Nach zehn Proben war es nun soweit. Unsere Dirigentin des Projektorchester, Karin Melcher, ließ es dann auch gleich mit durchaus anspruchsvollen Stücken krachen. Mit dem Thema Filmmusik, das sich der Musikverein dieses Jahr auf die Fahnen geschrieben hat, ist das Helden Epos natürlich schon gebucht, und der erste Held betrat auch gleich mit dem „Captain America March“ die Bühne. Selbstsicher und Souverän pflügte sich das Orchester durch die Noten und brachte beim ersten Stück schon, das Publikum auf seine Seite. Danach folgte der Filmscore „The Incredibels“ einem Animationsfilm bei dem die ganze Familie der Hauptfiguren Superkräfte besitzt. Superkräfte die auch die Musiker dringend benötigten, um die schnellen Achtelsequenzen des Stückes zu meistern. Doch unter der Leitung der Dirigentin Karin Melcher übersprang das Orchester alle Klippen des Stücks erfolgreich. Danach wurde es kriminell und die „Crimebusters“ schlugen unerbittlich zu. Fälle von „Mission Impossible“, „Secret Agent Man“ oder „Dragnet“ wurden nicht nur zu aller Zufriedenheit, sondern mit Bravour gelöst. So lies das Publikum das Projektorchester nicht ohne eine Zugabe von der Bühne. Dabei ließ Karin Melcher das Publikum einen tiefen Blick in das „Eye oft the Tiger“ schauen und verabschiedete sich, damit von der Bühne.
Projektorchester beim einspielen
Nach einer kurzen Umbaupause betrat das große Blasorchester die Bühne der Filmmusik. Mit „How to train your Dragon“ startet das Orchester die Filmreise. Moderator Hannes Schneider witzelte noch, dass Drachen zähmen eine scheinbar leichte Aufgabe ist gegenüber der, das Orchester im Zaum zuhalten. Doch das Orchester zähmte das Stück und Dirigentin Judith Bühler zähmte erfolgreich das Orchester. Mit den „Highlights from La La Land“ bog das Orchester ins Film-Genre des romantischen Musical-Dramas ab und spielte sich mit viel Gefühl durch die leichten und tänzerisch Träumereien der Hauptdarsteller. „Bond…James Bond“ unterbrach die romantische Stimmung knallhart. Mit den markanten Akkorden aus E-Moll, E-Moll(b6), E-Moll(6) und schließlich dem dissonanten E-Moll(maj9). Der typische Bond Klang entsteht durch die Kombination aus Moll-Dreiklang und einer großen Septime (Major 7). So dozierte Hannes Schneider bei der anmoderation des Stückes, das eigentlich keine Ansage benötige. Schon nach den ersten Akkorden weis jeder, dass im nächsten Moment 007 um die Ecke biegen wird. Das tat er dann auch direkt markant, selbstbewusst und immer im dienst der Krone. Das Orchester musizierte elegant durch „Goldfinger“, „Skyfall“ oder „Live and Let Die“ und wurde mit viel Beifall aus dem Publikum bedacht. Vor der Pause wurden nochmals echte Superhelden benötigt. Die Avenger betraten die Leinwand und der volle Einsatz des Orchesters war gefordert, um den Helden gerecht zu werden. Heldenhafte Oktavsprünge im Hornregister, atemberaubend volles Volumen im tiefen Register und Trompeten flutet den Saal. Doch es gab noch weitere Helden im Holzregister die sich tapfer und mutig durch den anspruchsvollen Rhythmus der Avenger´s kämpften.
Projektorchester im einsatz
Nach der Pause entführte das Orchester das Publikum an den Wolfgangsee direkt ins Hotel Weißes Röss`l im 3/4 Takt durch die Welt von Zahlkellner Luitpold und die Geschichten des Hotels. Der Musikverein hat das Glück über ein hervoragendes Arrangement von Siegfried Riedle zu verfügen, das dem Orchester und der Dirigentin jedoch einiges an Einfühlungsvermögen und Empathie abverlangte. Aus dem beschaulichen Salzkammergut auf die große Showbühne, mit „Suite from the Greatest Showman“ wurde die Große Bühne eröffnet. Mit „Never Enough“, „This Is Me“ und „From now on“ erklangen bekannte Melodien gespickt mit gefühlvollen Soloparts im Tenorsaxophon und Flügelhorn.
Blasorchester des Musikvereins
Bei „Bugs Bunny and Friends“ wurde das Publikum in die Kindheit versetzt, die „Sendung der Maus“, „Dick und Doof“, „Tom und Jerry“ und dem unvergesslichen „Paulchen Panther“ ergaben einen wilden Ritt durch die Kindheit. Der sicher die ein oder andere Erinnerung im Publikum weckte. Danach konnte sich das Publikum zu den Klängen von „Beyond the Sea“ entspannen und sich wie ein Fisch im Wasser fühlen, ganz wie der kleine Nemo aus dem gleichnamigen Film. Zum Schluß nahm das Konzert dann nochmals so richtig Fahrt auf, „Lummerland“ die Insel mit zwei Bergen und der kleinen Lokomotive Emma. Die Melodie zunächst ganz sensibel einfach und zart gespielt nahm immer mehr fahrt auf und wechselte schließlich zum Danceloor-Stil bis Emma dann endlich Feierabend machen durfte. Die Dirigentin Judith Bühler und das Orchester des Musikvereins nahmen Dankend den zahlreichen Applaus entgegen und entließen die Konzertbesucher noch mit dem Filmscore von „Axel F“ und dem „Deutschmeister-Regiments-Marsch“. Ein klasse Filmmusikabend ging zu Ende und den ein oder anderen Konzertbesucher sicher eine Ohrwurm mit nachhause gegeben.
Danke an die Dirigentinnen Karin Melcher und Judith Bühler für ihr Engagement und Einsatz und vielen herzlichen Dank an alle Helfer.















































